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Vielseitigkeit


Quarz begegnet uns überall. Im Urlaub in Form von Sand am Strand, als Schmuckstück oder feines Trinkglas, in unseren elektronischen Helferlein als Taktgeber, als Schotter unter den Eisenbahnschienen oder als Kieselstein im Bachbett

Siliciumdioxid (SiO2), wie Quarz mit korrektem Namen heißt, ist eines der häufigsten Minerale auf der Erde. Der Ursprung des üblichen Begriffs „Quarz“ ist allerdings nicht genau bekannt, darüber können sich Wissenschaftler streiten. Nicht ganz unwahrscheinlich scheint die Abänderung des Begriffs "Querze" zu sein. Damit bezeichneten Bergleute lästiges Gestein - und nach diesem suchte kein Bergmann.

Nach Halbedelsteinen wie Bergkristall oder Amethyst, Achat oder Rosenquarz aber wurde schon immer gesucht. Diese Quarze bestehen ebenfalls aus SiO2 (ein Siliciumatom verbunden mit zwei Atomen Sauerstoff). Bergkristall besteht aus reinem Siliciumdioxid, Amethyst bekommt seine schöne violette Farbe durch Eisenionen und die natürliche radioaktive Strahlung des umgebenden Gesteins.

Quarz wurde schon immer von Heilkundigen und Esoterikern viele Wirkungen zugesprochen. Bergkristall beispielsweise steht für die Klarheit der Gedanken, eine Eigenschaft, die auch rationale Menschen verstehen können, wenn sie sich in den extrem klaren Kristall vertiefen.

Sauerstoff und Silizium sind die zwei häufigsten bei uns vorkommenden Stoffe. So ist es verständlich, dass sie sich (unter dem Einfluss von großer Hitze und enormem Druck) verbanden und in Form von Quarz überall in unserer Umwelt vorkommen - und sei es nur als Sand im Beton der Wand neben uns.

Aber auch in der belebten Welt wird SiO2 verwendet. Radiolarien sind einzellige Meeresbewohner, die um die Zelle ein Gerüst aus Siliciumdioxid ausgebildet haben, das eine ungeheure Schönheit aufweist - sichtbar leider nur unter dem Mikroskop. Auch Diatomeen und Schwämme stützen sich mit Siliciumdioxid.



Die technische Seite von Quarz


Ohne die außergewöhnlichen Eigenschaften des Quarzes gäbe es viele unserer gewohnten Dinge nicht. Das Mineral kommt in unterschiedlichsten Gebrauchsgegenständen vor, ohne dass es von uns zur Kenntnis genommen würde. Die einfachsten Beispiele: Quarzuhr und Feuerzeug. Das ermöglicht die Struktur des Quarzes, das durch Formveränderung mit der Abgabe elektrischer Ladung reagiert - und umgekehrt.

Durch Anlegen eines elektrischen Wechselfeldes kann Quarz zu Schwingungen angeregt werden, die so gleichmäßig sind, dass damit sehr genau gehende Uhren gebaut werden können.

Die piezoelektrische Eigenschaft von Quarz - durch Druck wird elektrische Spannung erzeugt - verformt den Kristall und wird deshalb bei Feuerzeugen zur Zündung der Gasflamme ausgenutzt. Aber auch Kopfhörer und Mikrofone profitieren ebenso von dieser Eigenschaft wie Einspritzdüsen in PKWS.

Autoreifen werden durch SiO2 verstärkt, in medizinischen und kosmetischen Produkten findet das Mineral Anwendung und Halbleitertechnik wäre ohne Quarz überhaupt nicht möglich. Die biologische Landwirtschaft setzt Siliciumdioxid genauso ein wie die Bauwirtschaft. In Farben und Lacken, Kunst- und Klebstoffen ist es zu finden und, und, und...

Vor allem Eines darf nicht vergessen werden: Ohne Quarz gäbe es kein Glas. Dieser faszinierende durchsichtige Stoff - de facto eine unterkühlte „eingefrorene“ Flüssigkeit - ist überall präsent. Reines Quarzglas wird im technischen Bereich benutzt, da es unempfindlich gegen Säuren und Laugen ist. Auch dehnt es sich beim Erwärmen kaum aus, sodass es möglich ist, glühendes Quarzglas in kaltes Wasser zu tauchen, ohne dass es Schaden nimmt. Da die Verarbeitung schwierig ist, wird zur Herstellung von „normalem“ Glas für Fenster oder Trinkgläser fein gemahlener Quarz mit Kalk und Soda vermischt und bei 1200 Grad geschmolzen. Diese Schmelze lässt sich gießen und walzen, schneiden, formen und - aufblasen. So lassen sich Gläser und Vasen, Schüsseln und sogar farbige Scheiben herstellen.